Update 6. April 2009: (Danke an Emanuel Bielski)
Bearbeitbare Vektorgrafiken mit sehr guter Kantenglättung sind in PP/ MSO kein Problem!
Die Lösung findet sich (doch) im EPS-Format und den Microsoft-Zeichnungselementen, es scheint sogar System dahinter zu sein.
Export: Es sollte immer darauf geachtet werden, dass beim Zeichnungsexport genau genug aufgelöst wird, um zu verhindern, dass Feinheiten wie Zahlen zu Vierecken verunstaltet werden..
Import:
Wird ein EPS in MSO importiert, wird es zunächst als Bild (Pixelgrafik) behandelt und nicht geglättet. Das hat den Vorteil, dass es sich z.B. in Word beschriften lässt, zum Beispiel damit man daraus ein Abbildungsverzeichnis erstellen kann und wahrscheinlich noch ein paar mehr.
Um eine Kantenglättung zu erreichen, mus man die eps nun über den Kontextmenüpunkt “Bild bearbeiten” in ein MS-Zeichnungsobjekt überführen. Wenn man die Gruppierung aufhebt, kann man den Rahmen entfernen (rechts auf den Rahmen klicken, um die Linie zu formatieren und Farbe wegklicken) und die Objekte bearbeiten. Man sollte die Gruppierung allerdings nicht zweimal aufheben, da dann z.B. auch Quadrate aufgelöst werden.
Der Speicherbedarf ist auch vertretbar.
Update: Eben haben wir entdeckt, dass es doch ein Vektorformat gibt, mit sich quasi alle Fliegen mit einer Klappe schlagen lassen: EMF. Dies steht für Enhanced Metafile und stellt eine Erweiterung des klassichen Windows Metafile dar, allerdings inklusive der Möglichkeit, mit Bezierkurven zu arbeiten. Somit gestaltet sich der von uns praktizierte Workflow für druck- und bildschirmoptimierte, auch nachträglich manipulierbare Vektorgrafiken wie folgt:
- Maximale Vereinfachung der Grafik in Illustrator (Pfadverknüpfungen auflösen, Schriften in Pfade, Gruppierungen vereinfachen, usw…)
- Export der Grafik als EMF
- Einfügen der Datei in PowerPoint
- Gruppierung aufheben
- Unsichtbaren, umschließenden Container löschen
- Nach belieben Umfärben
- Glücklich sein!
Alte Version vom 30.4.2007
Am heutigen ruhigen Brückentag bleibt Zeit für ein wenig Grundlagenforschung in Sachen PowerPoint und Grafikdesign :-) Here we go!
Microsofts Präsentationssoftware hat so seine rechte Not mit Vektorgrafiken. Allgemein können wir aus der Praxis heraus empfehlen, mit PNG-Grafiken oder JPG-Fotos zu arbeiten. Manchmal jedoch müssen es zwingend Vektorgrafiken sein. Dies kann zwei Gründe haben:
- Die Dateien sind vor allem für den Druck gedacht. Hier müssen Logos und andere Grafiken gestochen scharf sein, um dem Medium gerecht zu werden. Pixelgrafiken haben im Druck oft ausgefranste Kanten, wegen der Kantenglättung oder des Farbrasters.
- Man möchte die Grafik innerhalb von Powerpoint bequem editieren. Vor allem bei schematischen Landkarten kommt dies häufig vor. Pixelgrafiken sind aber Endformate und von daher nicht editierbar

Leider gibt es m. E. zurzeit keine Lösung, die in allen Fällen optimal ist. Dennoch seien hier einmal unterschiedliche Ansätze genannt, die ihre Berechtigung haben. Wir gehen dabei von Adobe Illustrator als Quellanwendung aus – man kann das aber sicher auch auf andere Software übertragen:
- Export und Import als Illustrator-EPS. Hier kommt es auf die Version an, man sollte beim “Speichern unter” darauf achten, dass Version 8 eingestellt ist, nicht etwa CS2! Vorteil: Gestochen scharfer Ausdruck. Nachteil: Relativ große Datenmenge, nicht editierbar, keine Kantenglättung auf dem Screen.
- Export und Import als Windows Metafile (WMF). Dies ist das hauseigene Microsoft-Austauschformat für Vektorgrafiken und bietet sich von daher an. Vorteil: Kann durch Ungruppierung editierbar gemacht werden, Kantenglättung am Screen, skaliert für den Druck. Nachteil: Komplexere Grafiken mit vielen Rundungen sehen scheußlich aus, weil WMF keine Bezierkurven kennt.
Natürlich haben wir probiert, ein Illustrator-EPS einzufügen und dann in eine editierbare MS-Office-Vektorgrafik umzuwandeln. Dies funktioniert sogar auch. Doch beim Konvertieren verwendet PowerPoint leider das WMF-Format, und alle Kurven sind kaputt. Dann nimmt man lieber gleich echtes WMF – dann sind die Vektoren noch ein wenig sauberer und lassen sich besser handeln.
Kommentare (3) 22.05.2007, gerritvanaaken

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@Marco: SVG Export aus Illustrator ist kein Problem, aber der Import geht gar nicht – das wird als Fremdkörper eingebettet und lässt sich nicht mehr bearbeiten.
@Ivo: Mhh, Strichstärke ist eh so eine Sache. Meist fährt man am besten, wenn man die Konturen in Flächen umwandelt. Was die Farben angeht: Umfärben geht ja zum Glück in Powerpoint!
Die Probleme mit Farben und Strichstärken in WMF sind dir bekannt, oder?
Wie steht es um SVG in Verbindung mit PowerPoint?
Oder kann der Illustrator das gar nicht erst ausgeben.